Reisetheater

Zweifel

 

Pingu

Medientext für die Tournee 2017/2018

 

 

Dialektmärchen in 3 Bildern, frei nach den Gebrüdern Grimm von Jörg Christen.

 

Ein Theatererlebnis für Gross und Klein

Der gestiefelte Kater – Eine Geschichte, über gute Freunde, Vertrauen und eine gehörige Portion Selbstvertrauen. Nun kommt sie als Dialektmärchen auf die Bühne, neu inszeniert von Fabio Romano. Antonio Conde hat die passende Musik dazu geschrieben und die farbenfrohe Bühnenausstattung ist das Werk von Tarcisi Cadalbert und Moni Holenstein.

Im Ensemble des Reisetheaters spielen bekannte und langjährige Darsteller und Darstellerinnen:
Manuela Wenger, Monika Romer, Jacqueline Vetterli, Anina Himmelberger, Jonas Meier, Jamil Tafazzolian, Michael Schäli, Fabio Romano und Jörg Christen.
Sie garantieren für einen unterhaltsamen Theaternachmittag für die ganze Familie.

 

Die Geschichte

Dem jüngsten von drei Müllersöhnen verbleibt nach dem Tode seines Vaters nur der scheinbar nutzlosen Kater. Sein ältester Bruder erbte die Mühle und der mittlere Bruder den Esel.
Der junge Müllersohn ist enttäuscht und verzweifelt, wie soll er so eigenständig sein Leben meistern?
Der Kater erweist sich aber als guter Freund, und somit bleibt dem
Müllersohn nichts weiter übrig als ihm zu vertrauen. Der Kater ist überzeugt, dass er mit seinen Fähigkeiten und etwas List seinem Herrn zu dem verhelfen kann, was er verdient. So ziehen sie gemeinsam los, die Zukunft zu gestalten.

Frei nach den Gebrüdern Grimm hat Jörg Christen eine spannende,
bühnengerechte Dialektfassung dieses populären Märchens geschrieben. Erleben Sie die mitreissende Geschichte in unserem Theater.

 

Der Hintergrund

Das Volksmärchen der gestiefelte Kater hat vermutlich einen italienischen Ursprung. Es wurde zuerst von Charles Perrault aufgeschrieben und erst später von den Gebrüder Grimm in ihre Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“ aufgenommen.
In diesem Märchen wird sehr deutlich aufgezeigt, dass ein guter Freund oder Weggefährte sehr vieles lebenswerter machen kann. Scheint die Situation noch so aussichtslos und ungerecht zu sein.
Mit einem Freund an der Seite lässt sich vieles aus der Welt schaffen, wie Sorgen, Zweifel und Ungerechtigkeit. Der Müllersohn hat diesen Freund in seinem Kater gefunden, der ihm zu seinem Glück verhilft.

Und was will uns dieses Märchen lernen?
Verzweiflung und Enttäuschung über eine mögliche Ungerechtigkeit bringen uns nicht weiter.
Bosheit und Eitelkeit können schwere Folgen haben, aber Vertrauen in sich und andere und die Überzeugung, das erreichen zu können was man wirklich will, verhelfen uns unsere Ziele und Wünsche zu erfüllen.


Der Wert des Märchens

Im Gegensatz zu den sogenannten Kunstmärchen lässt sich bei Volksmärchen kein bestimmter Urheber feststellen. Die mündliche Weitergabe war lange Zeit die einzige und ist bis heute die natürlichste Form der Überlieferung. Weil Märchen den Zuschauer oder Zuhörer anregen, eigene Sinnfragen zu stellen und eigenständige Antworten zu liefern, haben sie eine grosse Bedeutung für die Entwicklung des Menschen. Märchen liefern keine Belehrung über das richtige Verhalten in der realen Welt. Märchen erheben auch keinen Anspruch, die Welt so zu beschreiben, wie sie ist. Vielmehr weckt die sinnbildliche Märchensprache beim Leser und Theaterbesucher eigene Bilder und regt ihn an, diese für sich zu deuten. Selbst wenn alle dasselbe sehen oder hören, so deutet jeder die Bilder anders, je nach Herkunft, Lebenserfahrung und kultureller Zugehörigkeit. Märchen sind also vielfältig auslegbar.

Märchen sprechen das ganzheitliche Denken an. Dazu gehört die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und nach dem Unsichtbaren, dem Geheimnisvollen zu suchen. Aufgrund ihrer Vielschichtigkeit lassen Märchen der Fantasie des Zuhörers viel Spielraum. Jeder fühlt und sieht, was er will – es gibt kein Richtig oder Falsch. Vielleicht fördern Märchen deshalb auch die Fähigkeit, mit alltäglichen Gefühlen wie Furcht, Täuschung oder Einsamkeit besser umzugehen.


Die Märchen der Gebrüder Grimm

Das internationale Advisory-Komitee für das UNESCO-Programm «Memory of the World» hat am 17. Juni 2005 die Kasseler Handexemplare der «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm offiziell in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.
Die Märchensammlung der Gebrüder Grimm ist neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit verbreitetste Buch der deutschen Kulturgeschichte. Es wurde in über 160 Sprachen und Dialekte übersetzt.

 

Das Reisetheater

Das Reisetheater Zürich wurde1982 von Jörg Christen gegründet. Sein Ziel: Theateraufführungen in Gebiete der Schweiz zu bringen, die nicht über ein eigenes Theater-Ensemble verfügen. Dadurch wird eine Aufführung des Reisetheaters oft zum zentralen Theatererlebnis für die ganze Familie, nicht zuletzt dank der fairen Eintrittspreise. Jährlich rund 20'000 begeisterte Zuschauer sind der beste Beweis dafür.

Das Ensemble des Reisetheaters hat im Verlauf der letzten 30 Jahre einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Einen Stil, der sich für Märchen besonders eignet, weil er die Fantasie der Zuschauer anregt und ihnen genügend Freiraum für eigene Bilder lässt. Märchen aus unserem Kulturkreis wie jene der Gebrüder Grimm sind auch im Zeitalter von Computerspielen und Fernsehen beliebt, denn sie widerspiegeln auch heute noch unseren Alltag in all seinen Facetten.

Vielen Zuschauern ist das Reisetheater indirekt bekannt – wegen der Stimmen der Schauspieler und Schauspielerinnen: Sämtliche «Pingu-Kassetten» wurden vom Ensemble des Reisetheaters besprochen. Mit über 80 Geschichten auf 38 Kassetten und CDs ist Pingu die erfolgreichste Dialekthörspiel-Reihe der Schweiz.

Im Jahr 2008 hat Corinne Ramos-Christen, die Tochter von Jörg Christen, die Leitung übernommen, und führt mit Leidenschaft und Professionalität das Lebenswerk ihres Vaters fort.

Es ist dem Reisetheater gelungen, eine unverwechselbare Ausdrucksweise zu entwickeln, die sich für Märchen besonders gut eignet. Ein Stil, der die Fantasie der Zuschauer anregt und ihnen dabei genügend Freiraum für eigene Bilder bietet. Märchen aus unserem Kulturgut wie Grimms Märchen sind immer noch beliebt und spiegeln auch heute noch unsere Alltagsrealität.

Märchen sind im Volk entstanden und gehören der Allgemeinheit, wir geben sie der Gesellschaft zurück.