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Rumpelstilzli
Rumpelstilzli – eine Geschichte die deutlich aufzeigt, dass Angeberei und Lügen schwere Konsequenzen für sich oder seine Liebsten zur Folge haben können. Wer kennt sie nicht, diese ausgesprochen schicksalhaft und wundersam Geschichte der Gebrüder Grimm? Die Geschichte ist diese Saison als Dialektmärchen auf der Bühne des Reisetheaters zu sehen und sorgt für kurzweilige Momente für die ganze Familie. Das Ziel ist es, eine Geschichte zu erzählen und das Publikum gleichzeitig am Geschehen auf der Bühne mitwirken zu lassen.
Die Textfassung stammt vom Reisetheater-Gründer Jörg Christen und ist gewürzt mit viel Humor und einem Gespür für eine kinder- und bühnengerechte Umsetzung. Fabio Romano ist verantwortlich für die Inszenierung. Die passende Musik von Monika Romer und die farbenfrohe Bühnenausstattung von Tarcis Cadalbert und Vicky Dovat erfreuen sowohl das Ohr als auch das Auge.
Im Ensemble des Reisetheaters sind professionelle Schauspieler*innen engagiert: Tasja Fleury, Liam Wietlisbach, Luana Roth, Ruben da Costa und Emanuel Gfeller. Sie garantieren einen märchenhaften Theaternachmittag für die ganze Familie.
Die Geschichte vom Rumpelstilzli
Der arme Müller wünscht sich nichts sehnlicher, als dass es seine Tochter einmal besser haben soll. Er setzt alles daran, ihr ein gutes Leben zu ermöglichen. Doch die Zeiten sind schwer, und ein wirtschaftlicher Aufschwung ist nicht in Sicht.
Bei einer Mehllieferung ins Schloss lässt der Müller dem König zum Spass ausrichten, dass seine Tochter Stroh zu Gold spinnen könne - nur um einmal im Mittelpunkt zu stehen und Eindruck zu machen. Der König wird sehr neugierig und befiehlt, dass die Müllerstochter ihm diese besondere Fähigkeit beweisen müsse. Sollte sich jedoch herausstellen, dass dies eine Lüge ist, hätte das schwerwiegende Konsequenzen.
Natürlich gibt es – wie in jedem guten Märchen – einen geheimnisvollen Helfer, der das arme Töchterchen aus ihrer verzwickten Lage rettet. Doch auch dieses „Männlein“ fordert seinen Lohn. Wenn man doch nur wüsste, wie das „Männlein“ heisst …?
Der Hintergrund
Die ersten handschriftlichen Aufzeichnungen des Volksmärchens „Rumpelstilzli“ verfasste Jacob Grimm im Jahr 1808. Erst vier Jahre später, 1812, wurde es in die berühmte Sammlung der „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm aufgenommen.
Das Märchen vermittelt wichtige Botschaften – zum Beispiel, wie bedeutend es ist, Dinge beim Namen nennen zu können, um sich aus Abhängigkeiten zu befreien. Es zeigt auch sehr deutlich, dass Angeberei und Lügen schwerwiegende Konsequenzen haben können. Schnell bringt man sich selbst, seine Liebsten oder andere in grosse Gefahr.
Das Märchen betont Werte wie Ehrlichkeit, Verantwortung, Mut und die grosse Bedeutung von Sprache und Wissen. Gleichzeitig erfahren wir: Man kann Hilfe bekommen, wenn man sie wirklich braucht - doch oft nicht ohne eine Gegenleistung. Wer ein Versprechen gibt, muss es auch einhalten - selbst, wenn es schwerfällt.
Märchen erzählen von der Sehnsucht nach einem besseren Leben und vom Traum einer gerechteren Welt - und sie enden fast immer gut.
Märchen und ihre Botschaften
Im Gegensatz zu den sogenannten Kunstmärchen lässt sich bei Volksmärchen kein bestimmter Urheber feststellen. Die mündliche Weitergabe war lange Zeit die einzige und ist bis heute die natürlichste Form der Überlieferung. Märchen regen die Zuschauer*innen oder Zuhörer*innen an, eigene Sinnfragen zu stellen und eigenständige Antworten zu finden. Sie liefern keine Belehrung über das richtige Verhalten in der realen Welt und erheben keinen Anspruch, die Welt so zu beschreiben, wie sie ist. Vielmehr weckt die sinnbildliche Märchensprache bei den Leser*innen und Theaterbesucher*innen eigene Bilder und regt sie an, diese für sich zu deuten. Je nach Herkunft, Lebenserfahrung und kultureller Zugehörigkeit deutet jeder die Bilder anders. Märchen sind also vielfältig auslegbar.
Märchen sprechen das ganzheitliche Denken an. Dazu gehört die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und nach dem Unsichtbaren, dem Geheimnisvollen zu suchen. Aufgrund ihrer Vielschichtigkeit lassen Märchen der Fantasie der Zuhörer*innen viel Spielraum. Jeder fühlt und sieht, was er will – es gibt kein richtig oder falsch. Vielleicht fördern Märchen deshalb auch die Fähigkeit, mit alltäglichen Gefühlen wie Furcht, Täuschung oder Einsamkeit besser umzugehen.
Die Märchen der Gebrüder Grimm
Das internationale Advisory-Komitee für das UNESCO-Programm «Memory of the World» hat am 17. Juni 2005 die Kasseler Handexemplare der «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm offiziell in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen. Die Märchensammlung der Gebrüder Grimm ist neben der Luther-Bibel das bekannteste und weltweit verbreitetste Buch der deutschen Kulturgeschichte. Es wurde in über 160 Sprachen und Dialekte übersetzt.
Das Reisetheater
Das Reisetheater wurde 1982 von Jörg Christen gegründet. Sein Ziel: Theateraufführungen in Gebiete der Schweiz zu bringen, die nicht über ein eigenes Theater-Ensemble verfügen. Dadurch wird eine Aufführung des Reisetheaters oft zum zentralen Theatererlebnis für die ganze Familie. Die jährlich 20'000 begeisterten Zuschauer*innen sind der beste Beweis dafür.
Das Ensemble des Reisetheaters hat im Verlauf der letzten 44 Jahre einen unverwechselbaren Stil entwickelt. Ein Stil, der sich für Märchen besonders eignet, weil er die Fantasie der Zuschauer*innen anregt und ihnen genügend Freiraum für eigene Bilder lässt. Märchen aus unserem Kulturkreis wie jene der Gebrüder Grimm sind auch im Zeitalter von Smartphones, Tablets und Spielkonsolen beliebt, denn sie widerspiegeln auch heute noch unseren Alltag in all seinen Facetten.
Vielen Zuschauer*innen ist das Reisetheater indirekt bekannt – da sämtliche «Pingu-Kassetten» vom damaligen Ensemble des Reisetheaters besprochen wurden. Mit über 80 Geschichten auf 38 Kassetten und CDs ist Pingu die erfolgreichste Dialekthörspiel-Reihe der Schweiz.
Im Jahr 2008 hat Corinne Ramos-Christen, die Tochter von Jörg Christen, die Leitung übernom-men, und führt mit Leidenschaft und Professionalität das Lebenswerk ihres Vaters fort.
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Pressetext 2026/27
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